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>>News Januar 2008 - Noroviren breiten sich dramatisch aus!

 

Bereits mehr als doppelt so viele Infektionen wie 2006

Inzwischen sind es über 170.000 gemeldete Erkrankte und damit über 100.000 Fälle mehr als in 2006 - wobei Experten von einer Dunkelzahl um das 20-fache ausgehen! Ebenfalls hat sich die Zahl der Todesfälle von 16 im Jahre 2006 auf nun aktuell 48 verdreifacht!

Speziell an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, wie z.B. Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen zur Kinderbetreuung, aber auch in Büro- und Verwaltungsgebäuden, treten Infektionen mit Noroviren verstärkt auf. Die hohen Infektionsraten und die leichte Übertragbarkeit sind eine sehr ernstzunehmende Gefahr, auch für das medizinische Personal, Bewohner oder auch Angestellten. Aus diesem Grunde ist es äußerst wichtig, die hygienischen Standards auf sehr hohem Niveau zu halten und insbesondere Desinfektionsmaßnahmen in den betroffenen Bereichen durchzuführen.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Man steckt sich meist bei anderen Menschen an. Ansteckungsquellen sind erkrankte Menschen, die mit dem Stuhl oder Erbrochenem die Viren ausscheiden. Infektionen können aber auch durch kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser und Getränke übertragen werden. Über die Nahrung gelangt das Virus in den Magen-Darmtrakt, dringt in die Darmwand ein und zwingt sie, unzählinge neue Viren herzustellen. Dadurch werden die Darmzellen zerstört und können dem Nahrungsbrei keine Flüssigkeit mehr entziehen. Ebenso kann die Übertragung dieses hochinfektiosen Virus auch durch Handkontakt, verschmutzte und nicht gründlich gereinigte Flächen und Gegenstände stattfinden.

Norovirus-Erreger sind äußerst widerstandsfähig und es reicht schon die geringste Menge, z.B. 10 Stück Viruspartikel, aus um sich zu infizieren. Als Vergleich: nur 1 Gramm Stuhl enthält etwas 10 Millionen Viruspartikel! Die Viren sind so widerstandsfähig, daß sie über Tage auf Flächen und Gegenständen überleben können und auch gegen Temperaturschwankungen scheinen sie immun zu sein - erst ab 60 Grad Celcius stribt der Erreger ab.

Der Mensch bekommt 1 bis 3 Tage nach Ansteckung Durchfall und um das Virus wieder loszuwerden, reagiert der Körper gleichzeitig mit starkem Erbrechen. Das Gefährliche an dieser Erkrankung ist der hohe Flüssigkeitsverlust, wobei hier besonders ältere Menschen und Kleinkinder sehr schnell austrocknen. Der Flüssigkeitsverlust kann so extrem sein, daß nur eine Behandlung im Krankenhaus (Tropf mit Elektrolyt-Lösung) das schlimmste verhindern kann. Daher ist sehr wichtig, trotz des Brechreizes, viel zu trinken - am besten Elektrolyt-Lösungen. Das ist - bis auf verstärkte Hygienemaßnahmen und absolute Bettruhe - auch das Einzige was man tun kann, denn einen Impfstoff, oder ein Medikament gibt es derzeit noch nicht!
Kennzeichen einer Novoviren-Infektion sind:
– Krämpfe und Durchfälle
– sehr starke Übelkeit
– plötzliches heftiges Erbrechen

Auch nach Abklingen einer akuten Erkrankung können die Viren noch tagelang, manchmal wochenlang über den Stuhl ausgeschieden werden und andere Menschen infizieren. Daher sind auch nach dem Abklingen der Infektion weiterhin verstärkte Hygienemaßnahmen wie Händedesinfektion nach jedem Toilettenbesuch, vor Speisenzubereitung/-verteilung etc. und intensive Reinigung und Desinfektionsmaßnahmen bei Flächen und Gegenständen unbedingt notwendig!

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Norovirusinfektionen meldepflichtig und erkrankte Personen dürfen lt. Par. 42 keine Tätigkeiten im Lebensmittelbereich ausüben. Erkrankte Personen, z.B. auch Kinder, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergartenm, Schule etc.) besuchen. Hierbei reicht bereits der Verdacht zur Meldepflicht aus!!1

Gegen das Novovirus gibt es derzeit weder ein Medikament, noch einen Impfstoff - daher sind verstärkte Hygienemaßnahmen die einzige Möglichkeit der Verbreitung dieses äußerst infektiosen Virus Einhalt zu gebieten.

Verhaltensregeln und Maßnahmen
Information an alle Mitarbeiter.
Information an alle Angehörigen, Besucher, ambulante Dienste.
Erkrankte Personen sind zu isolieren und sollten absolute Bettruhe einhalten wobei der Kontakt mit anderen Personen einzuschränken ist.
Erhöhte Hygienemaßnahmen durch intensievierte Händedesinfektion (mit entsprechenden Desinfektionsmitteln, die gegen Adenoviren wirksam sind) bei Mitarbeitern, Pflegepersonal und auch den Erkrankten, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Vor allem nach dem Toilettenbesuch, vor der Speisenzubereitung/-verteilung etc. ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
Erhöhte Hygienemaßnahmen bei pflegerischen Arbeiten, z.B. das Tragen von Mund-/Nasenschutz um das Einatmen von Tröpfchen zu vermeiden, sowie Einmalkittel und deren Wechsel nach Kontakt mit infizierten Personen. Ebenso sind Einmalhandschuhe beim Kontakt mit Stuhl oder Erbrochenem zu tragen.
Wäsche, die mit Stuhl oder Erbrochenem verschmutzt ist, bei 95 Grad Celcius oder mit einem Desinfektionswaschmittel bei 60 Grad Celcius waschen.
Pflegeutensilien sowie Bedarfsgegenstände wie Geschirr, Besteck, Gläser etc. dürfen nur personenbezogen eingesetzt werden, können aber dann normal in der Spülmaschine aufbereitet werden.
Handtücher, Waschlappen, Wäsche, Kleidung bei 95 Grad im Kochwaschgang waschen, oder bei 60 Grad mit Desinfektionswaschmittel aufbereiten.
Erhöhte Hygienemaßnahmen auch beim Reinigen und Desinfizieren von patientnahen Flächen und Gegenständen, wobei besonders die Tatschflächen (Handläufe, Lichtschalter, Türgriffe, Spülknöpfe, WC-Brillen, Nachtkästchen etc.) im Bereich der Erkrankten zu beachten sind. Am besten sind hier Einwegtücher, die anschließend entsorgt werden. Zur Wischdesinfektion sind gelistete Produkte einzusetzen, wobei die Konzentration und Einwirkzeit genau nach Herstellerangaben beachtet werden müssen. Bei Kontamination ist eine sofortige desinfizierende Reinigung durchzuführen.
Erhöhte Hygienemaßnahmen bei Mitarbeitern, die im Lebensmittelbereich tätig sind - sie dürfen keinesfalls Kontakt zu infizierten Personen haben und sollten außerdem eine strenge Personalhygiene einhalten.
Infizierte Mitarbeiter dürfen keinesfalls mit Lebensmitteln umgehen.
Speisen müssen sehr gut durchgegart werden . erhöhte Aufmerksamkeit bei rohen Lebensmitteln wie z.B. Salate, Sandwiches, Krabben, Muscheln etc.

Treten Fälle von Norovirus-Infektionen in der Familie auf, gelten ebenfalls besondere Hygienemaßnahmen. Diese verhindern, daß sich auch andere Familienmitglieder anstecken:
Hände generell gründlichst reinigen, vor allem nach jedem Toilettenbesuch, nach jeder Bus- oder S-Bahnfahrt und nach jedem Einkauf. Hat man Kontakt mit Erbrochenem oder Stuhl eines Erkrankten gehabt, sollte man die Hände mit einem Desinfektionsmittel reinigen, das gegen Viren wirkt.
Handtücher und Waschlappen des Erkrankten nicht mitbenutzen. Diese mit möglichst hoher Temperatur (60-96 Grad Celcius) waschen.
Toilette und WC-Brille desinfizieren, wenn ein Kranker sie benutzt hat.
Bettwäsche sowie Kleidung des Kranken bei mindestens 95 Grad mit Vollwaschmittel waschen, bei niedrigeren Temperaturen Wäschedesinfektionsmittel benutzen.
Ist jemand erkrankt und hat Bad und Toilette beschmutzt, sollte man Türgriffe, Waschbecken, Toilette und WC-Brille sowie den Boden (Gummihandschuhen anziehen) gründlich reinigen - und dabei möglichst Einmaltücher verwenden, die entsorgt werden, denn sonst riskiert man, daß man mit der Reinigung die Viren per Putzlappen weiterverbreitet.
Bis auf den Pflegenden sollten andere Familienmitglieder möglichst wenig Kontakt zum Kranken haben.


In diesem Sinne wü nschen wir alle Kunden ein vor allem gesundes Neues Jahr und stehen für Informationen und Beratungen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

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