Bereits
mehr als doppelt so viele Infektionen wie 2006
Inzwischen sind es über 170.000 gemeldete Erkrankte und damit
über 100.000 Fälle mehr als in
2006 - wobei Experten von einer Dunkelzahl um das 20-fache ausgehen!
Ebenfalls hat sich die Zahl der Todesfälle von 16 im Jahre
2006 auf nun aktuell 48 verdreifacht!
Speziell an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, wie z.B.
Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen zur
Kinderbetreuung, aber auch in Büro- und
Verwaltungsgebäuden, treten Infektionen mit Noroviren
verstärkt auf. Die hohen Infektionsraten und die leichte
Übertragbarkeit sind eine sehr ernstzunehmende Gefahr, auch
für das medizinische Personal, Bewohner oder auch
Angestellten. Aus diesem Grunde ist es äußerst
wichtig, die hygienischen Standards auf sehr hohem Niveau
zu halten und insbesondere Desinfektionsmaßnahmen in den
betroffenen Bereichen durchzuführen.
Übertragung von Mensch zu Mensch
Man steckt sich meist bei anderen Menschen an. Ansteckungsquellen sind
erkrankte Menschen, die mit dem Stuhl oder Erbrochenem die Viren
ausscheiden. Infektionen können aber auch durch kontaminierte
Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser und Getränke
übertragen werden. Über die Nahrung gelangt das Virus
in den Magen-Darmtrakt, dringt in die Darmwand ein und zwingt sie,
unzählinge neue Viren herzustellen. Dadurch werden die
Darmzellen zerstört und können dem Nahrungsbrei keine
Flüssigkeit mehr entziehen. Ebenso kann die
Übertragung dieses hochinfektiosen Virus auch durch
Handkontakt, verschmutzte und nicht gründlich gereinigte
Flächen und Gegenstände stattfinden.
Norovirus-Erreger sind äußerst
widerstandsfähig und es reicht schon die geringste Menge, z.B.
10 Stück Viruspartikel, aus um sich zu infizieren. Als
Vergleich: nur 1 Gramm Stuhl enthält etwas 10
Millionen Viruspartikel! Die Viren sind so
widerstandsfähig, daß sie über Tage auf
Flächen und Gegenständen überleben
können und auch gegen Temperaturschwankungen scheinen sie
immun zu sein - erst ab 60 Grad Celcius stribt der Erreger ab.
Der Mensch bekommt 1 bis 3 Tage nach Ansteckung
Durchfall und um das Virus wieder loszuwerden, reagiert der
Körper gleichzeitig mit starkem Erbrechen. Das
Gefährliche an dieser Erkrankung ist der hohe
Flüssigkeitsverlust, wobei hier besonders ältere
Menschen und Kleinkinder sehr schnell austrocknen. Der
Flüssigkeitsverlust kann so extrem sein, daß nur
eine Behandlung im Krankenhaus (Tropf mit Elektrolyt-Lösung)
das schlimmste verhindern kann. Daher ist sehr wichtig, trotz des
Brechreizes, viel zu trinken - am besten Elektrolyt-Lösungen.
Das ist - bis auf verstärkte Hygienemaßnahmen und
absolute Bettruhe - auch das Einzige was man tun kann, denn einen
Impfstoff, oder ein Medikament gibt es derzeit noch nicht!
Kennzeichen einer Novoviren-Infektion sind:
– Krämpfe und Durchfälle
– sehr starke Übelkeit
– plötzliches heftiges Erbrechen
Auch nach Abklingen einer akuten Erkrankung können die Viren
noch tagelang, manchmal wochenlang
über den Stuhl ausgeschieden werden und andere Menschen
infizieren. Daher sind auch nach dem Abklingen der Infektion weiterhin
verstärkte Hygienemaßnahmen wie
Händedesinfektion nach jedem Toilettenbesuch, vor
Speisenzubereitung/-verteilung etc. und intensive Reinigung und
Desinfektionsmaßnahmen bei Flächen und
Gegenständen unbedingt notwendig!
Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Norovirusinfektionen
meldepflichtig und erkrankte Personen dürfen lt. Par. 42 keine
Tätigkeiten im Lebensmittelbereich ausüben. Erkrankte
Personen, z.B. auch Kinder, dürfen keine
Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergartenm, Schule etc.) besuchen.
Hierbei reicht bereits der Verdacht zur
Meldepflicht aus!!1
Gegen das Novovirus gibt es derzeit weder ein Medikament, noch einen
Impfstoff - daher sind verstärkte Hygienemaßnahmen
die einzige Möglichkeit der Verbreitung dieses
äußerst infektiosen Virus Einhalt zu gebieten.
Verhaltensregeln und Maßnahmen
Information an alle Mitarbeiter.
Information an alle Angehörigen, Besucher, ambulante Dienste.
Erkrankte Personen sind zu isolieren und sollten absolute Bettruhe
einhalten wobei der Kontakt mit anderen Personen
einzuschränken ist.
Erhöhte Hygienemaßnahmen durch intensievierte
Händedesinfektion (mit entsprechenden Desinfektionsmitteln,
die gegen Adenoviren wirksam sind) bei Mitarbeitern, Pflegepersonal und
auch den Erkrankten, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Vor allem
nach dem Toilettenbesuch, vor der Speisenzubereitung/-verteilung etc.
ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
Erhöhte Hygienemaßnahmen bei pflegerischen Arbeiten,
z.B. das Tragen von Mund-/Nasenschutz um das Einatmen von
Tröpfchen zu vermeiden, sowie Einmalkittel und deren Wechsel
nach Kontakt mit infizierten Personen. Ebenso sind Einmalhandschuhe
beim Kontakt mit Stuhl oder Erbrochenem zu tragen.
Wäsche, die mit Stuhl oder Erbrochenem verschmutzt ist, bei 95
Grad Celcius oder mit einem Desinfektionswaschmittel bei 60 Grad
Celcius waschen.
Pflegeutensilien sowie Bedarfsgegenstände wie Geschirr,
Besteck, Gläser etc. dürfen nur personenbezogen
eingesetzt werden, können aber dann normal in der
Spülmaschine aufbereitet werden.
Handtücher, Waschlappen, Wäsche, Kleidung bei 95 Grad
im Kochwaschgang waschen, oder bei 60 Grad mit Desinfektionswaschmittel
aufbereiten.
Erhöhte Hygienemaßnahmen auch beim Reinigen und
Desinfizieren von patientnahen Flächen und
Gegenständen, wobei besonders die Tatschflächen
(Handläufe, Lichtschalter, Türgriffe,
Spülknöpfe, WC-Brillen, Nachtkästchen etc.)
im Bereich der Erkrankten zu beachten sind. Am besten sind hier
Einwegtücher, die anschließend entsorgt werden. Zur
Wischdesinfektion sind gelistete Produkte einzusetzen, wobei die
Konzentration und Einwirkzeit genau nach Herstellerangaben beachtet
werden müssen. Bei Kontamination ist eine sofortige
desinfizierende Reinigung durchzuführen.
Erhöhte Hygienemaßnahmen bei Mitarbeitern, die im
Lebensmittelbereich tätig sind - sie dürfen keinesfalls
Kontakt zu infizierten Personen haben und sollten außerdem
eine strenge Personalhygiene einhalten.
Infizierte Mitarbeiter dürfen keinesfalls
mit Lebensmitteln umgehen.
Speisen müssen sehr gut durchgegart werden . erhöhte
Aufmerksamkeit bei rohen Lebensmitteln wie z.B. Salate, Sandwiches,
Krabben, Muscheln etc.
Treten Fälle von Norovirus-Infektionen in der Familie auf,
gelten ebenfalls besondere Hygienemaßnahmen. Diese
verhindern, daß sich auch andere Familienmitglieder anstecken:
Hände generell gründlichst reinigen, vor allem nach
jedem Toilettenbesuch, nach jeder Bus- oder S-Bahnfahrt und nach jedem
Einkauf.
Hat man Kontakt mit Erbrochenem oder Stuhl eines Erkrankten gehabt,
sollte man die Hände mit einem Desinfektionsmittel reinigen,
das gegen Viren wirkt.
Handtücher und Waschlappen des Erkrankten nicht mitbenutzen.
Diese mit möglichst hoher Temperatur (60-96 Grad Celcius)
waschen.
Toilette und WC-Brille desinfizieren, wenn ein Kranker sie benutzt hat.
Bettwäsche sowie Kleidung des Kranken bei mindestens 95 Grad
mit Vollwaschmittel waschen, bei niedrigeren Temperaturen
Wäschedesinfektionsmittel benutzen.
Ist jemand erkrankt und hat Bad und Toilette beschmutzt, sollte man
Türgriffe, Waschbecken, Toilette und WC-Brille sowie den Boden
(Gummihandschuhen anziehen) gründlich reinigen - und dabei
möglichst Einmaltücher verwenden, die entsorgt
werden, denn sonst riskiert man, daß man mit der Reinigung
die Viren per Putzlappen weiterverbreitet.
Bis auf den Pflegenden sollten andere Familienmitglieder
möglichst wenig Kontakt zum Kranken haben.
In diesem Sinne wü nschen wir alle Kunden ein vor allem
gesundes Neues Jahr und stehen für Informationen und
Beratungen selbstverständlich jederzeit zur
Verfügung.
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