Nachdem sich die Noroviren
weiterhin extrem schnell ausbreiten, wird durch das
Robert-Koch-Institut (RKI) nochmals dringend zu verstärkten
Hygienemaßnahmen geraten.
Alleine in München wurden bereits Schulen und
Kindergärten geschlossen, und man geht in diesem Winter von
bis zu einer Million infizierten Patienten aus, die an Brechdurchfall
aufgrund der Viren erkrankt sind.
Zum Vergleich zu den sich sehr schnell verbreitenden Viren: Im Januar
wurden alleine aus Nordrhein-Westfalen 4.300 Noroviruskranke gemeldet -
im Dezember 2005 waren es bundesweit nur 751
Fälle.
Der Norovirus ist ein Erreger, der Brechdurchfälle vorwiegend
über den Stuhlgang und das Erbrochene
überträgt. Aber auch Speisen, Kleidung, sowie
alltägliche Gegenstände können mit dem Virus
kontaminiert sein. Um einer epidemieartigen Verbreitung vorzubeugen,
sind daher bei einer Erkrankung strenge
Hygienemaßnahmen erforderlich. Werden
Noroviren-Infektionen nachgewiesen, muß der behandelnde Arzt
dies dem Gesundheitsamt melden.
Bei Erwachsenen, die im Lebensmittelbereich tätig sind, oder
bei Kindern, die in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden,
reicht dafür bereits der Verdacht zur
Meldepflicht.
Das Gefährliche an einer Magen-Darm-Grippe ist der hohe
Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, der besonders bei Kindern
und älteren Menschen gefährliche Auswirkungen haben
kann. Es ist darauf zu achten, daß erkrankte Personen trotz
des Brechreizes viel Tee oder andere Getränke zu sich nehmen.
Darüber hinaus ist bei einer Infektion mit Noroviren vor allem
strenge Bettruhe wichtig und ansonsten kann man nur abwarten, denn
bisher gibt es weder einen Impfstoff noch Medikamente gegen das
äußerst aggressive Virus. Auch wenn der Patient
wieder genesen ist, kann er immer noch bis zu zwei Wochen danach
ansteckend sein.
Empfehlungen bei Verdacht auf eine
infektöse Darmerkrankung
Grundsätzlich sollte der Besuch von Angehörigen,
Mitarbeitern oder Besuchern mit akuten Darmerkrankungen
in der Einrichtung vermieden werden. Sollte jedoch eine Erkrankung
auftreten, die von den Angehörigen, Mitarbeitern, Besuchern
oder dem Pflegedienst nicht rechtzeitig erkannt worden ist, bzw.
Informationen hierüber erst zu spät mitgeteilt worden
sein, sollten die nachfolgenden Regeln unbedingt
beachtet werden.
Auftreten:
Bei akuten Darmerkrankungen handelt es sich sehr oft um einen Norovirus
oder auch Norwalkvirus. Noroviren sind
häufig, meist in den Wintermonaten, die Ursache für
akute Gruppenerkrankungen in Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen,
Kinderheimen, Jugendeinrichtungen und sonstigen
Gemeinschaftsverpflegungen, wobei der Mensch das einzige bekannte
Reservoir des Erregers ist.
Übertragung:
Übertragen werden die Viren über Ausscheidungen, also
über den Stuhl des Menschen und über Erbrochenes.
D.h. eine Übertragung erfolgt überwiegend
fäkal/oral, aber auch durch Tröpfcheninfektion beim
Kontakt mit der infizierten Person. Infektionen können jedoch
auch von Speisen und Getränken ausgehen, die mit Noroviren
kontaminiert sind.
Ansteckungsgefahr:
Höchste Ansteckungsgefahr besteht während der akuten
Erkrankung mit Durchfall, durch den Stul und das Erbrochene des
Erkrankten. Noroviren werden auch nach der Erkrankung mindestens noch
ein bis zwei Wochen lang ausgeschieden - in manchen Fällen
sogar noch länger.
Symptome:
Eine Infektion mit dem Norovirus oder auch anderen infektiösen
Darmerkrankungen äußert sich durch starke
Durchfälle und Erbrechen mit großem
Flüssigkeitsverlust. Meist besteht auch ein
ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit starken
Bauchschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und einem
allgemein sehr matten Körpergefühl. Die
Körpertemperatur kann etwas erhöht sein - zu hohem
Fieber kommt es meist jedoch nicht.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der
Ansteckung bis zum Ausbruch der Infektionskrankheit beträgt in
der Regel 1 bis 3 Tage.
Verhaltensregeln und Maßnahmen
Information an alle Mitarbeiter.
Information an alle Angehörigen, Besucher, ambulante Dienste.
Erhöhte Hygienemaßnahmen durch verstärkte
Händedesinfektion bei Mitarbeitern, Pflegepersonal und auch
den Erkrankten, um die Weiterverbreitung zu verhindern.
Erhöhte Hygienemaßnahmen bei pflegerischen Arbeiten,
z.B. das Tragen von Mund-/Nasenschutz und Einmalkitteln und deren
Wechsel nach Kontakt mit infizierten Personen.
Erhöhte Hygienemaßnahmen auch beim Reinigen und
Desinfizieren von Tatschflächen (Handläufe,
Lichtschalter, Türgriffe, Spülknöpfe,
WC-Brillen etc.) vor allem in den Bereichen, in denen Personen
infiziert sind.
Erhöhte Hygienemaßnahmen bei Mitarbeitern, die im
Lebensmittelbereich tätig sind - sie dürfen keinesfalls
Kontakt zu infizierten Personen haben und sollten außerdem
eine strenge Personalhygiene einhalten.
Sollten Sie Fragen oder Beratungsbedarf haben, wir stehen jederzeit zur
Verfügung.
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