Von der
Bundesärztekammer, wie auch vom RKI (Robert-Koch-Institut)
werden weiterhin Grippeschutzimpfungen dringend empfohlen. Insbesondere
Berufstätige im Gesundheitswesen sollten sich unbedingt einer
Influenza-Grippeimpfung unterziehen.
Die Gründe sind nachvollziehbar: Mitarbeiter, die z.B. in
Pflegeberufen tätig sind, haben Kontakt mit kranken oder
immungeschwächten Personen. Daher besteht ein erhötes
Risiko, selbst an Influenza zu erkranken. Darüber hinaus ist
es eben so wichtig, daß Bewohner oder Patienten vor einer
Übertragung von Influenza-Viren durch das Pflegepersonal
geschützt werden.
Eine Influenza-Grippe-Impfung gewährt einen
3-fachen Schutz.
1) schützt sie die Bewohner und Patienten, den Mitarbeitern
bewahrt sie vor Ansteckung und von ihnen selbst kann keine
Influenza-Grippe übertragen werden.
2) Die Impfung schützt auch die Familien der Mitarbeiter.
3) Die Mitarbeiter selbst sind durch eine Impfung geschützt.
Während der täglichen Arbeit, auch mit viel Kontakt
zur Allgemeinbevölkerung (Angehörigen, Kollegen,
anderem Personal etc.) ist die Gefahr einer Influenza-Infektion
besonders hoch. Umgekehrt kann aber auch nicht geimpftes
Pflegepersonal die Quelle einer Übertragung der Influenza oder
echten Grippe auf die betreuten Bewohner oder Patienten sein. Gerade
Senioren und kranke Menschen gehören zu den sog. Risikogruppen
für eine Influenza, denn bei ihnen kann eine echte Grippe in
verstärktem Maße zu Komplikationen wie einer
schweren Lungenentzündung führen. Dabei kommt es
häufig auch zu Todesfällen in dieser
Bevölkerungsgruppe.
Im Jahresdurchschnitt sterben pro Jahr zwischen 7.000 und 14.000
Menschen an den Folgen einer echten Grippe. Im Vergleich zur
jüngeren Bevölkerungsgruppe ist das Risiko, an einer
Influenza zu sterben, bei Menschen über 60 Jahren um ein
Vielfaches erhöht.
Mitarbeiter in Pflegeberufen können also die Quelle eines
Influenza-Infektes für die betreuten Bewohner oder Patienten
sein und sind sich dessen oft nicht bewußt. Eine
Influenza-Infektion kann manchmal auch nur leichte oder gar keine
Symptome verursachen. Und viele Mitarbeiter arbeiten dann auch mit
leichten "Erkältungsanzeichen" weiter und können so
das Influenzavirus unwissentlich auf andere
übertragen.
Es genügt also nicht, daß nur Senioren oder kranke
Menschen selbst geimpft sind - denn geimpfte Personen höheren
Alters sind leider durch eine Influenza-Impfung nicht so gut
geschützt wie jüngere Menschen. Dies resultiert
daraus, daß sich das Immunsystem älterer Menschen
durch eine Impfung mit Antikörpern nicht mehr so gut
stimulieren läßt.
In einer großen wissenschaftlichen Studie wurde nachgewiesen,
daß Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und kranke Menschen
in Kliniken und Krankenhäusern dann am besten vor einer
Influenzaerkrankung geschützt waren, wenn sowohl die Impfrate
bei den Bewohnern und Patienten als auch beim Pflegepersonal hoch waren
- also das Impfverhältnis gleich war.
Leider gibt es noch immer Kritik gegen eine Influenza-Impfung mit
folgenden Begründungen:
Die Influenza-Impfung könne eine "Grippe"
verursachen!
Dies ist nicht möglich, da eine Influenza-Impfung kein
"lebendes" Virus enthält, sondern nur noch Virusbestandteile.
Nach einer Influenza-Impfung sei es zu einem
"grippalen" Infekt gekommen.
Am wahrscheinlichsten ist hier wohl die leichte Reaktion des
Körpers auf den verabreichten Impfstoff gewesen - oder es kam
durch Koinzidenz zu einer Infektion mit einem anderen Erreger, der
ebenfalls eine grippeähnliche Erkrankung ausgelöst
hat. Man sollte nicht vergessen, daß man es einem "grippalen
Infekt" nicht ansieht, von welchem Erreger er ausgelöst wurde.
Genau so wie eine Masernimpfung nicht vor Röteln
schützt kann eine Influenza-Impfung nur vor Infektionen mit
dem Influenza-Virus schützen und nicht vor "grippalen
Infekten" durch andere Erreger.
Der Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf einer echten Influenza-Grippe kann im Vergleich
zu anderen Atemwegserkrankungen einen besonders schweren Verlauf nehmen
und unter Umständen tödliche Folgen haben. Zu
schweren Komplikationen kommt es vor allem dann, wenn das Immunsystem
bereits aus anderen Gründen geschwächt ist.
Hinweise zur Schutzimpfung
Risikogruppen wird zu einer schnellen Impfung geraten. Zu diesen
Gruppen gehören vor allem alle älteren Menschen
über 60 Jahren sowie Personen mit chronischen Erkrankungen.
Wichtig ist, die Influenza-Impfung auch für alle
Beschäftigten in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr und
ganz besonders in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Kliniken und
Krankenhäusern.
Nach einer Grippeimpfung braucht das Immunsystem sieben bis vierzehn
Tage um den Impfschutz aufzubauen. Die Impfung muß
jährlich wiederholt werden, weil sich die Eigenschaften der
Grippeviren auch jedes Jahr verändern.
Die Kosten für die Impfung wird von den gesetzlichen
Krankenkassen und in der Regel auch von den Privatkassen
übernommen.
Lassen Sie sich gegen Influenza impfen - es ist nur
ein kleiner Stich, bietet aber den Vorteil einer 3-fach Schutzwirkung:
... davor, daß wir die Influenza auf die von uns betreuten
Senioren übertragen
... davor, daß wir die Influenza nach Hause in unsere
Familien tragen und
... davor, daß wir selbst erkranken.
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